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In der Woche vom 14. bis 18. Juni findet wiederum bundesweit die Woche des Schuldners statt. Das Thema lautet in diesem Jahr „Reden über Schulden“. 
Aus diesem Anlass veranstaltet die Landesarbeitsgemeinschaft Schuldner- und Insolvenzberatung Berlin e.V. am Donnerstag, den 17. Juni 2004 ab 18.00 Uhr eine „lange Nacht der Schuldnerberatung“. 
Da die gemeinnützigen Berliner Schuldnerberatungsstellen seit Jahren unter finanzieller Mangelausstattung und stark begrenzten Kapazitäten leiden, sind
Wartelisten im Beratungsalltag leider unvermeidlich. Die Beratungsstellen wollen auf diesen Umstand aufmerksam machen und bieten daher am 17. Juni für eine Nacht eine offene Beratung ohne Wartelisten an. Hier können Sie eine Liste der beteiligten Beratungsstellen abrufen...


RatgebDie 60-seitige Ratgeberbroschüre behandelt alle Fragen, die für von Verschuldung bedrohte Personen von Bedeutung sind und geht auch auf aktuellste Themen wie Internet, Handy, Televoting und Teleshopping ein. Hier geht es zum Download der Neuauflage des bewährten Wegweisers zum Thema Schulden....


Mit anderen über Schulden reden!? Mehr Infos zur neu gegründeten Klienten-Selbsthilfegruppe finden Sie hier...


Der Bundestag hat neben einer Reform des Sozialhilferechts auch die Zusammenführung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe Erwerbsfähiger zum "Arbeitslosengeld II" beschlossen. Die Reform wird derzeit im Vermittlungsausschuss diskutiert. Die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände hat eine Stellungnahme zur Notwendigkeit der gesetzlichen Absicherung der sozialen Schuldnerberatung erarbeitet. Unsere eigene Stellungnahme zu diesem Thema kann hier abgerufen werden.


Der Anstieg ist bedrohlich: Selbst Experten sind überrascht über die neuesten Zahlen, die das Statistische Landesamt Berlin ermittelt hat. Danach hat die Zahl der Verbraucherinsolvenzen im ersten Halbjahr 2003 bereits die Gesamtzahl der in 2002 eröffneten Verfahren erreicht. Hier geht es zur Presseerklärung der Landesarbeitsgemeinschaft vom 19. September 2003....


Am 16. Juli hat sich das Berliner Netzwerk Verbraucherschutz konstituiert.
Der Einladung der Senatorin für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz Dr. Heidi Knake-Werner folgten über 20 Einrichtungen, die Bürgerinnen und Bürger in verschiedenen Situationen beraten, informieren und ihnen Hilfestellung anbieten, darunter auch die Landesarbeitsgemeinschaft Schuldner- und Insolvenzberatung Berlin e.V. Geplant ist u.a. ein Verbraucherwegweiser. Er soll im Internet einen Überblick über das Informations- und Beratungsangebot für Verbraucherinnen und Verbraucher in Berlin anbieten und möglichst alle Angebote des Netzwerkes abbilden.


In der Woche vom 2. bis 5. Juni fand wiederum bundesweit die Woche des Schuldners – dieses Mal zum Thema „Geschäfte mit der Armut“ - statt.
Bekannt ist seit Jahren, dass Schuldnerberatung unter finanzieller Mangelausstattung und Kapazitätsgrenzen leidet, so dass in den Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen beständig Wartelisten geführt werden müssen. Aus diesem Anlass veranstaltete die Landesarbeitsgemeinschaft Schuldner- und Insolvenzberatung Berlin e.V. am 5. Juni eine „lange Nacht der Schuldnerberatung“. Mehr Infos...

Am 5. Juni fand zum Abschluss der Woche des Schuldners eine Fachtagung in Berlin statt. Eine Pressemitteilung hierzu können Sie hier abrufen....


Auf der Fachtagung am 16.05.2003 stellte Prof. Dr. Marianne Meinhold, Ev. Fachhochschule Berlin und Lehrbeauftragte an der Wirtschaftsuniversität Wien, eine Evaluation der Arbeit der Berliner gemeinnützigen Schuldnerberatungsstellen vor. In ihrer Studie weist die Professorin, die sich besonders auf Fragen der Qualitätssicherung in der sozialen Arbeit spezialisiert hat, nach, dass die Berliner Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen selbst bei vorsichtiger Schätzung dem Haushalt des Landes Berlin durch ihre Tätigkeit jährlich 10,4 Millionen Euro einsparen, bei realistischer Schätzung sogar gut 14,7 Millionen Euro. Mehr Infos...


Fast drei Millionen Haushalte in Deutschland können ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen. Knapp die Hälfte davon sind Familien mit Kindern. Vorgebliche Kreditvermittler und so genannte Schuldenregulierer wittern ihre Chance. Sie versprechen Entlastung. Tatsächlich aber machen sie Geschäfte mit der Armut und verschlechtern die finanzielle Situation der Betroffenen oft erheblich.

In der Aktionswoche wollen wir aufklären über die Praktiken der Armutsprofiteure. Und wir wollen die Öffentlichkeit für die Situation überschuldeter Haushalte sensibilisieren. Schuldnern werden konkrete Hilfestellungen gegeben.

Veranstalter: AG Schuldnerberatung der Verbände, AK "Geschäfte mit der Armut"

Schirmherrschaft: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Abschlussveranstaltung: 5.Juni 2003 in Berlin.



Unter der Rubrik "Ratgeber" finden Sie neu aktualisierte Broschüren mit Hinweisen für Betroffene zum Herunterladen.

Neu sind folgende Broschüren:

  • Hinweise zum Verbraucherinsolvenzverfahren und zu den aktuellen Pfändungsfreigrenzen
  • in türkischer Sprache: Hinweise zum Verbraucherinsolvenzverfahren sowie zum Thema Kontopfändung

Wir haben ferner die FAQ - Liste erweitert (ebenfalls in der Rubrik Ratgeber abrufbar) um Hinweise zu Geldbußen und Geldstrafen.


Weiterhin finden Sie unter der Rubrik "Ratgeber" Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Insolvenzverfahren ("FAQ InsO") sowie zu den Themen "Mietschulden" und "Kontopfändung".


Die aktuellen Pfändungstabellen
Unter "Materialien" finden Sie die aktuellen Pfändungstabellen, die seit 01.01.2002 gelten.


"MIESE GESCHÄFTE MIT ÜBERSCHULDETEN"

Der Gesetzgeber hat durch die Reform des Verbraucherinsolvenzverfahrens, das am 01.12.2001 in Kraft tritt, einem großen Bevölkerungskreis die Möglichkeit eröffnet, unter Befreiung von ihren Verbindlichkeiten einen wirtschaftlichen Neuanfang zu machen, ohne die berechtigten Interessen der Gläubiger zu vernachlässigen. Die Reform des "Privatkonkursrechts" hat viele Zugangshürden (inbesondere durch Stundung der Verfahrenskosten) eingeebnet, so dass der Weg ins Verfahren für Schuldner nunmehr vereinfacht wird.

Doch die Sache hat auch einen Haken: Obwohl das Land Berlin im Gegensatz zu anderen Bundesländern für eine flächendeckende Ausstattung mit Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen, den so genannten "geeigneten Stellen" gesorgt hat, sind die Berliner Beratungsstellen bereits heute von der "Insolvenzlawine"überrollt.

Logische Folge: Lange Wartezeiten und frustrierte Schuldner, die nach anderen, vermeintlich schnelleren Wegen Ausschau halten. Diese Situation wird gnadenlos von Geschäftemachern der übelsten Sorte zum eigenen Vorteil "umgemünzt", die die verzweifelte Situation von überschuldeten Menschen ausnützen.

Diese Firmen – z.T. in Vereinsform organisiert - werben mit Slogans wie "Restschuldbefreiung durch das Insolvenzgesetz" und "bei uns gibt es keine Wartezeiten". Teilweise verschaffen sie sich Informationen aus dem Schuldnerregister um gezielt überschuldete Einzelpersonen und Familien anzusprechen und zu einer Vertragsunterzeichnung zu drängen. In anderen Fällen konnte beobachtet werden, dass flächendeckend Hauswurfssendungen in sozialen Brennpunktgebieten verteilt wurden. Geboten wird stets eine völlig wertlose "Dienstleistung", die mit Kostenforderungen von einigen Hundert bis zu einigen Tausend DM einhergeht und die stets zu einer Verschärfung der wirtschaftlichen Situation der Betroffen führte: Denn nach dem Rechtsberatungsgesetz dürfen diese Firmen keinerlei Verhandlungen mit den Gläubigern Überschuldeter führen und sind dazu auch nicht in der Lage. Die unvermeidliche Folge ist, dass die Schulden nicht ab- sondern sogar zunehmen und bald der Gerichtsvollzieher erneut vor der Tür steht!

Gerichte haben sich zu den Praktiken dieser Firmen wie folgt geäußert : "Ausplünderung", "eigennützige Ausbeutung von sozial Schwachen" oder "völlig wertlos". In Einzelfällen wurden Betreiber bereits zu Haftstrafen zwischen zwei und vier Jahren wegen Betruges verurteilt.

Dieser Problematik hat sich das Land Berlin – bundesweit einmalig – auf Anregung der Landesarbeitsgemeinschaft Schuldner- und Insolvenzberatung Berlin e.V. (LAG SIB) sehr frühzeitig gestellt. So wurde eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe "Transparenz" gebildet, in der neben der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales und Frauen, dem Landesamt für Gesundheit und Soziales und der LAG SIB auch die Verbraucherzentrale, der Verbraucherschutzverein, das Landeskriminalamt, die Staatsanwaltschaft, Vertreter aus Bezirksämtern sowie die Industrie- und Handelskammer vertreten sind. Um auch länderübergreifenden Betreibern wirksam entgegenwirken zu können, sind seit kurzem ebenfalls das brandenburgische Landesamt für Soziales und Versorgung sowie die dortige Landesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung in der oben genannten Arbeitsgruppe vertreten.

Somit wurden im Land Berlin die Voraussetzungen geschaffen, um sehr schnell, wirksam und effizient gegen unseriöse oder kriminelle Anbieter vorzugehen.

Die Insolvenzreform wird einen sehr hohen Nachfragedruck seitens der Betroffen erzeugen. Fachleute gehen von einer Verdoppelung oder gar Verdreifachung der Verfahrensanfragen aus. Um bereits im Vorfeld der Ausplünderung der Betroffen durch unseriöse bzw. kriminelle Schuldenregulierer vorzubeugen, die nun verstärkt in Erscheinung treten, wird die LAG Schuldner- und Insolvenzberatung Berlin e.V. das beiliegende Informationsblatt in den Bürger- und Beratungsstellen verteilen. Die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales und Frauen wird Behörden und Ämter im Lande Berlin (Bürgerbüros, Jugend- und Sozialämter, aber auch Gerichtsvollzieher, die mit (potentiell) Betroffenen in Kontakt kommen, über die bestehende Problematik sensibilisieren und informieren. Darüber hinaus wird sowohl der Verbraucherschutzverein wie auch die entsprechenden Dienststellen des Landeskriminalamtes sehr gezielt entsprechende Werbeanzeigen dieser Betreiber auswerten.

Betroffenen empfehlen wir

Personen mit Schuldenproblemen sollten sich so frühzeitig wie irgend möglich an eine Beratungsstelle wenden, die eine Anerkennung einer Landesbehörde vorweisen kann oder an einen Rechtsanwalt oder Steuerberater.

Die Adressen der im Land anerkannten Beratungsstellen können bei den Bürgerberatungsstellen der Bezirke erfragt oder hier im Internet nachgelesen werden.

Allen, die bereits auf einen "Schuldenregulierer" hereingefallen sind, empfehlen wir: Sofort alle Zahlungen an diesen einstellen!

Schriftlich und unter Setzung einer Frist alle Unterlagen und die von Ihnen erteilten Vollmachten zurückfordern!

Eine vollständige Abrechnung der geleisteten Zahlungen und der vorgeblich an die Gläubiger überwiesenen Gelder anfordern!

Den Rat einer Verbraucherzentrale oder einer Schuldnerberatungsstelle einholen!

Strafanzeige bei der nächsten Polizeidienststelle erstatten!

Letzte Aktualisierung: 21. Mai 2004

 
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